Nach über zweijähriger coronabedingter Pause fand Ende April wieder eine mehrtägige außerunterrichtliche Veranstaltung an der Gewerblichen Schule statt. Statt einer „großen Studienfahrt“ zu einem einzigen Ziel, gab es diese mal „Studientage“ mit unterschiedlichen Zielen: Zwei Tage Nürnberg, ein Tag Mannheim und Heidelberg sowie ein Tag Stuttgart und Asperg.

Am Dienstag, 26. April, begaben sich 19 Schülerinnen und Schüler der TG12/2 zusammen mit Sabine Mödinger, der Tutorin und Thomas Mayer, dem Mechatronik-Lehrer des Kurses, auf den Weg zum ersten Ziel der Studientage: Nürnberg. Nach dem Besuch des DB Verkehrsmuseums am Vormittag gab es am Nachmittag noch eine Altstadtführung und eine Führung durch die Felsengänge im Untergrund von Nürnberg. Gestärkt durch ein deftiges Abendessen und mehreren „Metern“ Rotbier in der „Hausbrauerei Altstadthof“, ging es zum Abschluss des Tages noch zum „Disco-Bowling“. Ganz unter dem Eindruck der aktuellen Ereignisse in der Ukraine stand am nächsten Morgen der Besuch im Memorium, dem Ort, an dem von 1945 bis 1949 die Nürnberger Prozesse stattfanden. Die Führung „Der Nürnberger Prozess – Geburtsstunde des Völkerstrafrechts“ gab Einblicke in die wesentlichen Momente des Verfahrens, die sogenannten „Nachfolgeprozesse“ und die Entstehung des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag. Besonders beeindruckt hat der „Saal 600“, der Schwurgerichtssaal den Nürnberger Prozesse.

Ende der Führung im „Saal 600“
Ende der Führung im „Saal 600

Ein Blick in die Zukunft ermöglichte am Nachmittag das Zukunftsmuseum, eine Zweigstelle des Deutschen Museums in München. Es beschäftigt sich mit der Frage, wie sich die Technik und unsere Gesellschaft in Zukunft weiter entwickeln wird. Einige Ausstellungsstücke im Ausstellungsbereich „Raum und Zeit“ wurden von dem deutschen Astronauten Alexander Gerst, einem ehemaligen Schüler unseres Technischen Gymnasiums (Abitur 1995), zur Verfügung gestellt.

Diesen Schwerkraftsimulationsanzug trug Alexander Gerst auf der ISS
Diesen Schwerkraftsimulationsanzug trug Alexander Gerst auf der ISS
„Rodizio“ im Grillrestaurant RomaRio in Tamm

Gegen Mittag bekamen wir von der Deutschen Bahn die Auskunft, dass sowohl unsere gebuchte als auch die frühere Rückreiseverbindung nicht mehr möglich seien. Statt über Schwäbisch-Hall Hessental müssten wir jetzt über Würzburg und Heilbronn nach Öhringen zurückreisen. Von der Mutter einer Schülerin erfuhren wir wenig später, dass die Verbindungen tatsächlich zwar möglich seien, diese aber aufgrund eines Fehlers im System nicht mehr angezeigt wurden. So blieb uns ein mehrstündiger Rückreisemarathon nach Öhringen erspart.

Am Donnerstagvormittag stand der Besuch des Technoseums in Mannheim an. Die Schülerinnen und Schüler begaben sich beim Rundgang durch das Museum auf eine Zeitreise durch die Geschichte der Industrialisierung. Inszenierte Wohn- und Arbeitssituationen veranschaulichen auf mehreren Ebenen, wie sich technische Neuerungen auf das Leben seit dem 18. Jahrhundert ausgewirkt haben. Der Rundgang endete in den Ausstellungbereichen zum Automobilbau, der Mediengeschichte und zum hochaktuellen Thema Energie.

Nach der Fahrt nach Heidelberg und einer kurzen Mittagspause ging es zur Friedrich-Ebert-Gedenkstätte in der Altstadt von Heidelberg. Die Gedenkstätte erinnert an den 1871 dort geborenen ersten Reichspräsidenten der Weimarer Republik. Bei der Führung durch die Dauerausstellung „Vom Arbeiterführer zum Reichspräsidenten – Friedrich Ebert (1871–1925)“ erfuhren die Schülerinnen und Schüler an dem historischen Ort einiges über das Leben und die Zeit Friedrich Eberts und bekamen einen Einblick in die Geschichte der Arbeiterbewegung sowie in die Entwicklung der Sozialdemokratie, die sich 1890 den Namen SPD gab.

Das Haus der Geschichte in Stuttgart war das erste Ziel am Freitag. Nach einem kurzen Rundgang durch den Ausstellungsbereich zur Landesgeschichte folgte eine Führung durch die Sonderausstellung „Hass. Was uns bewegt“: Hass gespeist aus Angst, Neid und Verachtung in einer Gesellschaft, Hass gegen das, was fremd erscheint, Hass, der sich in Rassismus und Sexismus äußert, Hass der sich gegen „Ungläubige“ und gegen „das System“ richtet. In der Ausstellung wurden rund 200 Hass-Objekte aus 200 Jahren gezeigt, aber vor allem auch Wege aus dem Hass. Und sie bot einen Raum, sich persönlich mit Hass auseinanderzusetzen.

Nach einer längeren Mittagspause ging es weiter zur Festung Hohenasperg. Weit über Württemberg hinaus galt der Hohenasperg lange als das politische Gefängnis schlechthin. Viele tausend Menschen waren dort über die Jahrhunderte hinweg unter Verschluss. Bei der Führung durch die Ausstellung im ehemaligen Arsenalgebäude der Festung wurde anhand von Originalobjekten und Dokumenten die Geschichte des Hohenaspergs und einiger seiner Gefangenen vorgestellt. Am Ende des Tages folgte dann der letzte Programmpunkt der Studientage: ein gemeinsames Abendessen im Grillhaus RomaRio in Tamm. Nach brasilianischer Art werden dort verschiedene Fleischsorten an großen Spießen gegrillt und das gebratene Fleisch dann vom Grillspieß direkt am Tisch serviert. Dazu gibt es ein reichhaltiges „All you can eat“ Buffet. Besonders begeistert hat der „Nachtisch“ vom Spieß: gegrillte Ananas. So kamen die Schülerinnen und Schüler am Ende sogar noch zu einer „Studienfahrt ins Ausland“ – wenn auch nur kulinarisch